2003 reiste eine erste Delegation aus Vertretern der Stadt und verschiedener Organisationen von Aachen nach Kapstadt – im November 2007 kam es zu einem erneuten Besuch mit dem Ziel, die Partnerschaft zu intensivieren, neue Projekte zu überlegen und den Partnerschaftsvertrag, das Memorandum of Understanding, neu zu unterzeichnen. Am Sonntag, den 11.11.07 waren alle Aachener Delegierten in Kapstadt eingetroffen und besuchten unter Leitung von Kobie Brand (Stadt Kapstadt, Dezernat Umwelt & Planung) den Botanischen Garten „Kirstenbosch“ - denn ökologische Projekte sind im Süden wie im Norden ein wichtiges Anliegen der Partnerschaft.
Den gesamten Bericht mit Fotos können Sie hier lesen oder runterladen
Seit Bestehen der Partnerschaft mit Khayelitsha/Kapstadt gab es viele Besucher aus dem Süden in Aachen, zuletzt im April 2002 durch eine "hochkarätige" Delegation aus Politik, Verwaltung und Nicht-Regierungs-Organisationen (NROs). So stand der Gegenbesuch aus Aachen in Kapstadt seit langem an und konnte im März 2003 endlich durchgeführt werden. Die Kosten der Reise wurde von den Reisenden selbst übernommen! InWEnt kam für die Reise von Josefine Ebel und für die Flugkosten von Uli Weber auf.
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v.l.n.r. Peter Blum, Josefine Ebel, Uli Weber, Sabine Verheyen, Nika Stützel, Norbert Kuntz, Gisela Nacken, Elisabeth Paul |
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Blum, Peter |
FDP, Umweltpolitischer Sprecher seiner Partei, Mitglied "Große Koordination" |
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Ebel, Josefine |
InWEnt gGmbH, Außenbüro Aachen (hervorgegangen aus Carl Duisberg Gesellschaft), Mitglied „Große Koordination, sowie der Kerngruppe "Kleine Koordination" (siehe auch Projekte) |
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Kuntz, Norbert |
Stadtoasen e.V., überreichte in Kapstadt den "Aachen Greening Award", an die Eastville Primary School (siehe auch Projekte) |
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Nacken, Gisela |
Dezernentin der Stadt Aachen für Umwelt, Gesundheit und Wohnen |
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Paul, Elisabeth |
Bündnis90/Grüne in Aachen, Ratsmitglied, Große Koordination |
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Stützel, Veronika |
RWTH Aachen, Lehrstuhl für Landschaftsplanung und -ökologie. Mitglied "Große Koordination" (siehe auch Projekte) |
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Verheyen, Sabine |
CDU, stellvertretende Bürgermeisterin seit 1999 |
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Weber, Ulrich |
Vorstand im Welthaus und Mitglied des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub, siehe auch Projekte) |
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Fortsetzung und Erneuerung der Partnerschaft |
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Erarbeitung neuer Projekte und des Fortgangs der Partnerschaft mit den Partnern im Süden |
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Verlängerung des Memorandum of Understanding vom Jahr 2000 |
Am 16. März 2003 wurden wir nach 22 Stunden Reise von unseren Gastgebern in Kapstadt herzlich empfangen, ein reichhaltiges Programm gestaltete unseren Aufenthalt äußerst erlebnisreich.
Direkt nach unserer Ankunft am Sonntag konnten wir das Finale der "Argus Cycle Tour" erleben - dem weltgrößten Radrennen mit über 30.000 Teilnehmern. Am Abend besuchten wir dann im botanischen Garten "Kirstenbosch" ein überwältigendes Open-Air-Konzert der Kapstädter Philharmonie.
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Klassisches Konzert in Kirstenbosch |
Empfang bei Bürgermeisterin Mfeketo (ganz rechts), von den Kapstädtern nur bei ihrem "Spitznamen" Indie genannt |
All dies gab uns die Möglichkeit des schnellen Eingewöhnens und der Sammlung erster Eindrücke, bevor am nächsten Tag unser eigentliches Arbeitsprogramm mit einem offiziellen Empfang bei der Oberbürgermeisterin von Kapstadt, Frau Nomaindia Mfeketo, und weiteren politischen Vertretern, anstand. Dieser Besuch gab uns Einblick in die neue politische Situation von Kapstadt, die grundlegend für die Partnerschaft ist, wie wir deutlich spüren konnten.
Erklärung zur politischen Situation und ihrer Auswirkung auf die Partnerschaft
Die Partnerschaft startete 2000 offiziell in der Stadt Tygerberg mit Claude Ipser (NNP = New National Party) als führendem Stadtrat im Projekt. Kapstadt wurde zu dieser Zeit von einer Koalition von NNP und Democratic Party (DP) regiert, die inzwischen zerbrochen ist. Die NNP hat sich mit dem ANC (African National Congress) zusammengeschlossen, die nun gemeinsam Kapstadt regieren. Ein "grüne Partei" existiert in Kapstadt bzw. Südafrika nahezu nicht. Die Stadt Tygerberg wurde im Dezember 2000 in die sogenannte Unicity of Cape Town (Kapstadt) eingemeindet. Der Stadtrat von Kapstadt besteht aus 100 direkt gewählten und 100 von den Parteien bestimmten Stadträten. Claude Ipser ist einer von diesen 200. Die Erneuerung unserer Partnerschaft muss nun mit der Unicity of Cape Town abgeschlossen werden.
Die Partnerschaft basiert auf einer praktischen Arbeitsebene und auf der LA 21 und ist daher einzigartig. Außerdem zeichnet sich die Partnerschaft durch die starke Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und Gesellschaft in beiden Städten aus (üblicherweise obliegt die Durchführung von Partnerschaften nur der politischen Ebene).
Die Größe der Unicity Kapstadt könnte ein Problem für Aachen und die dortigen NGOs sein, aber es werden spezifische Partnerschaften von NRO zu NRO angestrebt, die die Stadtgröße unerheblich machen.
Bürgermeisterin Mfeketo vom ANC (African National Congress) ist erst seit November im Amt. Bisher gibt es unter der neuen Bürgermeisterin noch keine offizielle internationale Partnerschaft mit der Unicity Kapstadt. Sowohl Kapstadts als auch Aachens Bürgermeisterin, Sabine Verheyen drückten ihren Wunsch nach einer Weiterentwicklung dieser besonderen Partnerschaft aus - wenn auch Kapstadt noch etwas mehr Zeit benötigt, wie sich bei diesem ersten Besuch andeutete.
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eine Schreinerei-Lehrwerkstatt von "Learn to Earn".. |
...und ein Hausbauprojekt in Ocean View |
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Unser Programm bestand während der folgenden Tage darin, verschiedene Projekte in Kapstadt - viele davon in Khayelitsha - kennen zu lernen. Damit konnten wir nicht nur die dortige Projektarbeit besser verstehen lernen, sondern erhielten auch ein Verständnis für die Situation und Bedürfnisse der dort lebenden Menschen in den benachteiligten Gebieten. Denn noch immer leben in dem jetzt demokratischen Südafrika die meisten Menschen nach Hautfarben getrennt in bestimmten Stadtgebieten (früher Townships). Die Apartheid lässt sich nicht von heute auf morgen überwinden - jetzt sind es hauptsächlich wirtschaftliche Gründe, die die Menschen dazu zwingen in bestimmten Stadtgebieten zu leben.
Neben den Projektbesichtigungen arbeiteten wir mit unseren Partnern an einem Rückblick und einem "Blick nach vorne" unter der Moderation von John Roux, dessen Begleitung der Partnerschaft für eine weiteres Jahr von Misereor finanziell unterstützt wird.
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Fortführung der Partnerschaft |
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mehr Austausche/Besuche von beiden Seiten |
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Hochschul- und Schulpartnerschaften |
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direkte NRO-NRO-Partnerschaften |
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Öffentlichkeitsarbeit für die Partnerschaft (Website) |
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Finanzierungssicherung |
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bis 2006 insgesamt 20 Projekte, das bedeutet pro Jahr 5 neue Projekte |
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politische Kooperationen |
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LA 21 Partnerschaftsstrukturen in der Verwaltung schaffen |
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John Roux ... |
...arbeitete auf dem Workshop hart mit uns |
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Unterzeichnung des "Letter of Intent": Da die neue politischen Führung von Kapstadt das "Memorandum of Understanding" zum Zeitpunkt des Delegationsbesuchs noch nicht unterschreiben wollte (s.o.) verfasste man mit dem "Letter of Intent" eine Absichtserklärung, in der man den Willen zur Fortführung der Agenda-Partnerschaft mit Aachen und die Ratifizierung des neuen MOU in kürzest möglicher Zeit erklärt. |
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Kennenlernen unserer Partner und deren Arbeitsgebiete - damit verbunden Aufbau von mehr Verständnis und Vertrauen, was zu einer Intensivierung des partnerschaftlichen Verhältnisses führte. |
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Kontaktaufbau zu verschiedenen bisher kaum bekannten NROs, Kontaktintensivierung mit BEN (Bycicle Empowerment Network) |
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Kennenlernen der politischen Situation in Kapstadt und deren Auswirkungen unmittelbar auf die Partnerschaft und unsere Partner vor Ort (siehe oben) |
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Aufstellung eines Projektplanes |
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Erfahrung, dass wir im Süden und Norden sehr ähnliche Probleme haben im Umgang und der Verbreitung von Agenda 21 |
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Beginn einer Hochschulpartnerschaft des Technikon Capetown mit der FH Aachen |
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neue Brieffreundschaften zwischen Schülern der Wesley Practising School Capetown und dem St. Leonard Gymnasium Aachen |
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neue Projektidee: Instrumentensammlung für die Schule in Elsies River (siehe Projekt) |
Alles in allem durften wir Einblick auf vielen Ebenen gewinnen und erfuhren in der kurzen Zeit unseres Besuches viel von dem Leben in Kapstadt und Südafrika. Unsere Gastgeber sorgten neben dem Arbeitsprogramm auch für ein umfangreiches touristisches Programm während des Wochenendes und betreuten uns "rundum". Dadurch konnten wir die Situation im "befreiten" Südafrika wieder ein bisschen besser zu begreifen - nicht zuletzt durch die vielen Erklärungen unseres Fahrers S:celo, der uns viel Hintergrundwissen vermittelte.
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Die Delegation am Kap der guten Hoffnung... |
...und beim Abschied mit einem neuen Freund: S:celo |
Die Gastfreundschaft seitens unserer Partner, die wir erleben durften, war großartig - genau wie das so gut zusammengestellte Programm, die perfekte Organisation und die viele private Zeit, die unsere Gastgeber während unseres Aufenthaltes für uns opferten.
Insgesamt ist unsere Delegation in der Zeit gut zusammengewachsen, wir sind alle sehr gut informiert und sehr berührt von der Reise zurückgekommen. Die Motivation, sich für die Partnerschaft einzusetzen und für internationale Gerechtigkeit einzutreten, ist durch die Eindrücke vor Ort verstärkt worden. Auch das Verständnis für Agenda 21 hat sich durch die Reise verändert! Ein Einsatz, der sich gelohnt hat für die Sache und der sich sicherlich auch noch weiter auswirken wird......
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